Vorankündigungen auf Veranstaltungen

 

Lesung 

Die VHS Krefeld, Amnesty International Krefeld und Der andere Buchladen laden 
ein zum Thema :

Menschenrechtslage in der Türkei 

 
Rosemarie Weber und Helmut Wenderoth

 (KRESCH Theater) 
lesen aus dem Roman von 

Dogan Akhanli: „ Die Tage ohne Vater“

 in der VHS Krefeld Von-der-Leyen-Platz 2

Mo.

 am 04.09.2017

 19:00 Uhr 

 

bis ca.

 20:30 Uhr


Der Schriftsteller Dogan Akhanli, Jahrgang 1957, verbrachte seine ersten Kindheitsjahre in einem kleinen Dorf im Nordosten der Türkei. Um mit 12 Jahren seine Schulbildung fortsetzen zu können, musste er diesen nach eigener Aussage „geschützten Raum“ verlassen und zu seinem älteren 
Bruder nach Istanbul ziehen.

Mit 18 Jahren wurde er wegen des Kaufes einer linksgerichteten Zeitschrift inhaftiert und gefoltert . Nach dieser Erfahrung begann er sich politisch zu engagieren und ging dann nach dem Militärputsch 1980 in den Untergrund. Er schloss sich der Revolutionären Kommunistischen Partei an und wurde 1985 ein zweites Mal verhaftet und einen Monat lang gefoltert. Als politischer Häftling saß er bis 1987 im Militärgefängnis von Istanbul.

1991 gelang ihm und seiner Familie die Flucht nach Deutschland. Er lebt seit 1995 in Köln und arbeitet hier als Schriftsteller. Nach seiner Ausbürgerung im Jahr 1998 wurde Akhanli 2001 deutscher Staatsbürger.

In seinen Romanen beschäftigt er sich u.a. mit den politischen Ereignissen in der Türkei der 70iger und 80iger Jahre, mit den Ausschreitungen gegen die Griechen in Istanbul 1955 und schließlich in dem Roman „Die Richter des Jüngsten Gerichts“ mit dem Genozid an den Armeniern 1915.
Am 10. August 2010 wurde Akhanli bei der Einreise in die Türkei am Istanbuler Flughafen festgenommen. Er hatte seinen todkranken Vater besuchen wollen, wurde jedoch aufgrund einer konstruierten Anklage vor Gericht gestellt. Während seiner viermonatigen Untersuchungshaft verstarb sein Vater. Aufgrund des enormen Drucks der deutschen Öffentlichkeit und zahlreicher NGOs durfte er im Dezember 2010 die Türkei verlassen. 

„Deutschland hat mich freibekommen“, sagte er nach seiner Freilassung. 2011 wurde er schließlich aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Im April 2013 wurde dieser Freispruch jedoch wieder aufgehoben und man erließ gegen Akhanli einen internationalen Haftbefehl, der bis heute nicht aufgehoben worden ist.
Die Tage ohne Vater Im ausgehenden 20. Jahrhundert flieht der Musiker Mehmet Nazım aus seinem Heimatland ins politische Asyl nach Köln. Die Erinnerungen an seinen Vater, den genialen Mathematiker, und an seine Kindheit begleiten Mehmet Nazım. Dabei werden politischen Kämpfe in der Türkei der 70er Jahre lebendig. 

Im heutigen Köln lernt Mehmet Nazım Polaris kennen, eine kluge, geheimnisvoll schöne Frau. 
Die Liebe zum Vater ist der Schlüssel zu dieser Entdeckungsreise und Polaris Mehmet Nazıms Wegbegleiterin. Ihm eröffnet sich die Welt durch die Musik, mit ihr offenbaren sich die Spuren der Geschichte, seiner eigenen, seines Landes, seiner Liebe und der katastrophalen politischen Ereignisse. Seinem Vater öffnet die Liebe zu den Zahlen die Tür zum Verständnis der Welt. Mit Mehmet Nazım, Polaris und dem Vater werden Musik, Literatur und Mathematik auf wunderbare Weise versponnen.
Gleichsam mit dem letzten Atemzug findet der Vater die Formel, welche die Zahlen und die Liebe miteinander verbindet.